Geschichte des Gemeindewappens

Aufgrund des §5 Absatz 1 der Gemeindeordnung für Rheinland-Pfalz erteilte die Kreisverwaltung Neuwied, vertreten durch den Landrat Deckert, am 11. Januar 1993, der Ortsgemeinde Ratzert die Genehmigung ein eigenes Wappe zu führen. Das Wappen stammt von Dr. Albert Hardt aus Wiesbaden und wurde am 12. September 1992 erstellt.
Das zweigeteilte Wappen zeigt im oberen Feld eine Weißdornblüte, die in weiß dargestellt wird und sich auf rotem Untergrund befindet. Im unteren Feld ist ein goldenes Brot zu sehen, das auf einem schwarzen Brotschoß liegt. Der Hintergrund ist in silber gehalten.
Für Brubbach wird bereits im Jahre 1253 nachgewiesen, dass sich das Kloster Marienstatt in die Nutzung des Hofes zu Brotbach brachte. Nach der Überlieferung wurde das Kloster Marienstatt an einer Stelle errichtet, wo zur Winterzeit ein Weißdorn blühte.
Kennzeichnent für die Orte Ratzert und Brubbach waren schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts die vielen Backöfen. Im Jahre 1864 wurde Brubbach großenteils ein Raub der Flammen, welche von de Ofen neben der Backofeneiche ausgegangen waren. Die Landwirtschaft bestimmte in Ratzert und Brubbach das Leben der Menschen, welches das auf dem Schoß liegende Brot verdeutlicht.
Ratzert und Brubbach sind aus einzelnen Höfen hervorgegangen, zum einen aus dem Hof zu Brubbach (Brotbach) und zum anderen aus dem späteren Wiedischen Hof zu Ratzert.
Geschichte von Brubbach

Der Hof zu Brubbach (Brotbach) wurde erstmals urkundlich im Jahre 1253 erwähnt, als dessen Besitzer Gisilbert diesen Hof an das Kloster Marienstatt überschrieb. Nach seinem Tod ging der Besitz an dessen Ehefrau über. Ein Verkauf war jedoch nur mit Genehmigung des Klosters Marienstatt möglich. Später wurde der Brubbacher Klosterhof, gegen eine jährliche Abgabe von Naturalien und der Verpflichtung zur Instandhaltung der baulichen Substanz, sowie zur Sicherung der Grenzen dieser Liegenschaft, mehrfach verpachtet. Zur Kontrolle führte das Kloster Marienstatt jährliche Inspektion durch.
Nach dem vorzeitigen Tod eines Pächters wurde der Hof dann ohne Wissen der Klosterbrüder bewirtschaftet. Neben der Misswirtschaft trug auch der 30-jährige Krieg wesentlich zum wirtschaftlichen Ruin bei. So kam es im Jahre 1626 wegen eines enormen Schuldenaufkommens zum Verkauf von Teilen der Landfläche an Johannes Müller zu Ratzert.
Letztmalig wurde der Klosterhof 1710 Vermessen und die Güter inventarisiert und dann endgültig in Privathand verkauft. Die umliegenden Wälder gingen bereits zuvor in den Besitz des Grafen zu Wied über.
1864 wurde Brubbach durch einen Brand größflächig zerstört und nach und nach wieder aufgebaut.
Geschichte von Ratzert

Ratzert wird erstmalig am 19. Mai 1270 in einem Erbvertrag zwischen dem Kreuzritter Heinrich (Stoggeleid) und dem Abt und Konvent von Marienstatt erwähnt. Heinrich verfügte, als er zu einem Kreuzzug aufbrach, dass der Einzelhof Ratzert zusammen mit seinen anderen Gütern in den Besitz des Kloster Marienstatt übergingen. Für den Fall, dass er zurückkehren sollte, sicherte er sich den Nießbrauch, zusammen mit seiner Ehefrau Beatrix, an all seinen Gütern und Ländereien auf Lebenszeit. Nach seinem Tod sollte der Abt jene Güter seinen Erben Meffrid und Arnold von Bergenhausen zu Lehen geben.
Im Jahre 1450 bewirtschaftete ein Mann den Hof zu Ratzert. Im Jahre 1589 lebten hier dann acht Menschen. Nach 1612 ging der Wiedische Hof zu Ratzert in die Erbschaft des Grafen Hermann zu Wied über. Der 30-jährige Krieg führte auch hier zu bitterer Armut.
1815 wurden in Ratzert 113 Einwohner gezählt, die ausschließlich in der Landwirtschaft tätig waren. 1843 standen hier bereits 17 Wohnhäuser und nach dem politischen zusammenschluss von Ratzert und Brubbach erweiterte sich die Einwohnerzal auf 163 und die Anzahl der Wohnhäuser wurde mit 38 angegeben.
1870 wurde in Ratzert für 3.740 Taler die erste Schule errichtet und 1891 zählte die Gemeinde zu den ärmsten im Westerwald.